KOLLER, RUDOLF
* 21.5.1828 Zürich, † 5.1.1905 Zürich
Tiermaler. Landschaft und Porträts.
Rudolf Koller, Sohn eines Metzgers und Wirts, bricht vorzeitig die kantonale Industrieschule in Zürich ab und lernt danach von 1843 bis 1845 bei Jakob Schweizer, Rudolf Obrist und Johann Jakob Ulrich, der ihm die entscheidenden künstlerischen Anregungen vermittelt. Nach Studientätigkeit in den Gestüten des Königs von Württemberg in der Nähe von Stuttgart besucht er 1846–47 die Kunstakademie Düsseldorf. 1847 reist er mit Arnold Böcklin nach Brüssel und Antwerpen, anschliessend allein weiter nach Paris, wohin ihm Böcklin nachfolgt. Studiert im Louvre die holländischen Maler des 17. Jahrhunderts und setzt sich mit modernen Meistern auseinander, etwa mit den Tiermalern Jacques Raymond Brascassat, Rosa Bonheur und Constant Troyon. 1848 Rückkehr nach Zürich. Nach einem Aufenthalt in Meiringen mit Ulrich übersiedelt er 1849 nach München und schliesst dort Bekanntschaft mit Johann Gottfried Steffan und Friedrich Voltz.
1851 wieder in Zürich, befreundet er sich mit Robert Zünd und Ernst Stückelberg. 1856 Heirat mit Bertha Schlatter. 1862 Erwerb und Umbau des Hauses Zur Hornau am Zürichhorn, wo er bis zu seinem Tod wohnt, arbeitet und Tiere hält. November 1868 bis Juni 1869 Reise nach Italien (Florenz, Rom, Neapel). 1870 Beginn eines Augenleidens, das seine Schaffenskraft zunehmend beeinträchtigt. Weitere Reisen folgen 1872 an die Riviera, 1873 nach Wien, 1888, 1891 und 1894 nach München. 1900 trifft er in Italien letztmals Böcklin. Zu seinem 70. Geburtstag findet 1898 in Zürich eine grosse Jubiläumsausstellung statt; im gleichen Jahr Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Zürich. Monografische Ausstellungen nach seinem Tod finden 1928 (Kunsthaus Zürich), 1938 (Kunsthalle Basel), 1966 (Helmhaus Zürich) und 2002/03 (Kunsthaus Zürich) statt.
Nur wenige Maler werden – zumindest aus heutiger Sicht – so sehr mit einem einzigen Gemälde in Verbindung gebracht wie Koller mit seiner Gotthardpost (erste Fassung: 1873, Kunsthaus Zürich; zweite Fassung: 1874, Zürich, Credit Suisse). Als Sinnbild der Eroberung der Alpen durch den modernen Verkehr vom Direktorium der Nordostbahn als Abschiedsgeschenk für Alfred Escher ausersehen, der sich dem Aufbau der Gotthardbahn gewidmet hatte, ist das zu Tode reproduzierte Bild mit seinem angestaubten Alpenpathos nach über hundert Jahren zur Zielscheibe helvetischer Mythenentzauberer geworden. Damit wird sowohl dem Gemälde als auch dem Maler, der nicht nur auf dieses eine Werk reduziert werden darf, Unrecht getan. Gewiss sind seine grossformatigen Hochgebirgsszenen mit weidendem Vieh, Hirten und aufziehenden Nebelwänden, die zur Entstehungszeit die Villen der tonangebenden Gesellschaft schmückten, alles andere als zeitgemäss und heischen wohl einzig noch dank der stupenden Meisterschaft in der Beherrschung der Tieranatomie und des bewältigten Kolossalformats Respekt. Koller kann daneben aber mit zahlreichen weiteren Aspekten aufwarten, die ihm eine führende Stellung in der Entwicklung der realistischen Schweizer Malerei des 19. Jahrhunderts sichern.
Kollers Ruhm als Schweizer Tiermaler par excellence verdeckt seine Leistungen auf dem Gebiet der Landschaftsmalerei, die er während seiner ganzen Laufbahn betrieb. Bereits ab 1849 unternahm er auf wiederholten Studienreisen, vorzugsweise ins Haslital, malerische Erkundungen des Hochgebirges. Im Anschluss an die Alpenmalerei Alexandre Calames entstanden neben dramatischen Kompositionen wie Bergtal mit Wildbach (1852, Zürcher Kantonalbank) eine Anzahl kraftvoller Freilichtstudien in Öl, die an Frische und unmittelbarer Beobachtung wegweisend waren. In engem Austausch mit seinem Künstlerfreund Robert Zünd malte er 1852–53 am Ufer des Walensees Geländestudien, in denen die Natur mit verengtem Blickwinkel und Konzentration auf das nahsichtige Detail akribisch eingefangen ist.
Ab 1857 setzte er diese Tätigkeit in der Richisau im Kanton Glarus fort, wo sich unter Steffan eine kleine Künstlerkolonie gebildet hatte. In den teils grossformatigen Gemälden, unter anderem auch in Kuh im Krautgarten (1857, Kunsthaus Zürich), vereinigte Koller intensive Leuchtkraft mit gleissender Farbigkeit. Koller baute sich damals einen Freundeskreis auf, dem neben Ernst Stückelberg auch Gottfried Keller, Jakob Burckhardt und der Ästhetiker Friedrich Theodor Vischer angehörten. In gemeinsamen Gesprächen über Kunst wurde das Verhältnis von Realismus und Idealismus erörtert. In Kellers, auf Zünds Landschaften gemünztem Begriff der «wahren realen Ideallandschaft oder idealen Reallandschaft» wird auch Kollers Verbindung von präzisem Naturstudium, insbesondere des Tieres, und einer nicht das Ideale, sondern das Charakteristische suchenden Kompositionsweise treffend ausgedrückt.
Koller, der die in den 1850er-Jahren langsam erstarrende Tradition der französischen Tiermalerei von Brascassat, Bonheur oder Troyon mit neuem Leben erfüllte, wurde auch für seine Münchner Kollegen wie Friedrich Voltz vorbildlich, die ihn wegen seiner fortschrittlichen Farbigkeit, aber auch wegen der meisterlichen Beherrschung der Tieranatomie bewunderten. Im Gegensatz zu der von Corot ausgehenden Entwicklung in Frankreich, atmosphärische Stimmungen in vibrierende Farbwerte umzusetzen, blieb Koller, auch wenn er sich um subtilste tonale Abstufungen bemühte, stets einer Auffassung verbunden, die den Gegenstand in seiner plastischen Klarheit beschreibt.
Auch sein Spätwerk kennt kaum malerische Auflösungstendenzen, sondern setzt ganz auf klare Konturierung bis in die hintersten Bildgründe. Eine Bereicherung seines in den 1860er-Jahren langsam sich erschöpfenden Themenrepertoires brachte die Italienreise von 1868–69. Wie in den 50er-Jahren gelangen ihm hier nochmals Naturstudien von grosser Kraft und Unmittelbarkeit. Die Intensität des südlichen Lichtes verarbeitete er in weiteren, am selben Ort gemalten Hirtenszenen, die Einflüsse seines Freundes Böcklin verraten. In den folgenden Jahren vermochte er nur noch in wenigen Werken, darunter im bekannten Junge auf einem Schimmel (1872, Kunsthaus Zürich), an diese kühnen Leistungen anzuknüpfen. Wohl unter dem Einfluss des Augenleidens verdüsterten sich seine oft manieriert und stumpf wirkenden Gemälde zunehmend, so dass in der Literatur wiederholt von der Alterstragödie Kollers gesprochen wird. Allerdings lassen sich bereits in früheren Jahren starke Qualitätsunterschiede feststellen, die gelegentlich auf das Problem von eigenhändigen Repliken und Fälschungen zurückzuführen sind, aber offenbar auch auf Gemütsschwankungen des Künstlers. Koller, so lässt sich verallgemeinern, ist am überzeugendsten, wenn er sich nicht in suchendes Vortasten und qualvolles Zusammensetzen verliert, sondern eine Beobachtung oder Idee spontan umzusetzen vermag.
SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz
Peter Wegmann, 1998, aktualisiert 2014 https://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4000080
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